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Börsengang (IPO): Was wäre, wenn ich zum Börsengang gekauft hätte?

SpaceX ist seit Juni 2026 an der Börse, und viele fragen sich, ob man bei neuen Aktien früh dabei sein sollte. Hier steht, wie ein Börsengang abläuft, wie du in Deutschland zeichnen kannst und was frühe Käufer bekannter Aktien wirklich erlebt haben.

Stand der Dinge: Neu an der Börse: SpaceX handelt seit dem 12.6.2026 an der Nasdaq (Ausgabepreis 135 $ laut Prospekt). Die Tabelle wird täglich aus unseren Kursdaten neu berechnet.

Kurz erklärt

Stand: 7. Oktober 2026

Bei einem Börsengang (IPO) verkauft ein Unternehmen erstmals Aktien an die Öffentlichkeit. Du kannst sie vorab über deine Depotbank zeichnen, bekommst bei großer Nachfrage aber oft nur wenige oder gar keine Aktien. Der erste Börsenkurs kann deutlich über oder unter dem Ausgabepreis liegen. Manche Börsenneulinge wurden zu Riesen, viele andere notieren Jahre später unter dem Ausgabepreis.

Das Wichtigste auf einen Blick

IPO
Initial Public Offering: erstes öffentliches Angebot von Aktien eines Unternehmens
Prospekt
Pflicht vor dem Angebot; die BaFin prüft Vollständigkeit und Verständlichkeit, nicht die inhaltliche Richtigkeit
Preisspanne
wird vor der Zeichnungsfrist festgelegt; oben und unten liegen oft 10 bis 15 % auseinander
Zeichnungsfrist
meist wenige Tage bis zwei Wochen, Kauforder mit Limit über die Depotbank
Zuteilung
bei hoher Nachfrage (Überzeichnung) nur ein Teil oder gar nichts; nicht zugeteilte Orders verfallen
Erstnotiz
meist ein bis zwei Tage nach Zeichnungsende; der erste Kurs entsteht in einer Auktion
Lock-up
Sperrfrist für Altaktionäre, oft 6 bis 12 Monate; danach können mehr Aktien auf den Markt kommen
Abspaltung
kein Verkauf neuer Aktien: Aktionäre der Mutter bekommen die Aktien (z. B. Siemens Energy, Daimler Truck)
SpaceX
seit 12.6.2026 an der Nasdaq, Kürzel SPCX, Ausgabepreis 135 $, rund 75 Mrd. $ Volumen
Steuern
wie bei jeder Aktie: Kursgewinne und Dividenden mit Abgeltungsteuer, nach dem Sparer-Pauschbetrag

Was wäre, wenn du zum Börsengang gekauft hättest?

1.000 Euro (bei US-Aktien Dollar) angelegt zum Schlusskurs im Monat des Börsengangs, gehalten bis heute. Nur Kursentwicklung, ohne Dividenden. Tippe auf eine Aktie für den ganzen Verlauf.

Typisches Ergebnis (Median)
das 10-Fache
Heute unter dem Einsatz
0 von 20 Aktien
Was wäre, wenn du zum Börsengang gekauft hättest?
UnternehmenAn der Börse seitAus 1.000 wurden
Daimler TruckDezember 2021Abspaltung1.268 €
Siemens EnergySeptember 2020Abspaltung6.250 €
Scout24Oktober 20152.252 €
ZalandoOktober 20141.235 €
VonoviaJuli 20131.397 €
MetaMai 201224.962 $
TeslaJuni 2010239.421 $
BrenntagMärz 20103.348 €
VisaMärz 200823.774 $
SymriseDezember 20064.685 €
MastercardMai 2006126.187 $
MTU Aero EnginesJuni 200514.126 €
AlphabetAugust 2004135.813 $
NetflixMai 2002≈ 620.000 $
DHL GroupNovember 20002.474 €
InfineonMärz 20001.201 €
NvidiaJanuar 1999≈ 6 Mio. $
AmazonMai 1997≈ 3,2 Mio. $
Deutsche TelekomNovember 19961.589 €
MicrosoftMärz 1986≈ 5,3 Mio. $

Nur Aktien, die heute im DAX oder in unserer US-Liste stehen. Gescheiterte Börsengänge fehlen, deshalb wirkt die Tabelle besser als die Wirklichkeit (Überlebens-Effekt). Kaufkurs ist der erste Monatsschluss, nicht der Ausgabepreis; Kurse um Splits bereinigt. Ohne Dividenden, Kosten, Steuern und Wechselkurse, US-Aktien in Dollar. Vergangene Entwicklung ist keine Prognose. ≈: Der um Splits bereinigte Startkurs liegt unter 50 Cent und ist in den Daten auf ganze Cent gerundet. Das Ergebnis ist deshalb nur grob, die Abweichung kann über 10 % betragen.

Neu an der Börse

SpaceX

Erster Handelstag am 12. Juni 2026 an der Nasdaq, Kürzel SPCX. Ausgabepreis laut endgültigem Prospekt: 135 $.

Letzter Kurs (6. Oktober 2026): 171,92 $, +27,3 % gegenüber dem Ausgabepreis.

Nicht in unserer Aktienliste und nicht in der Tabelle: Ein paar Monate Kursgeschichte sagen wenig aus, und zum Ausgabepreis kamen die meisten Privatanleger nicht. Keine Kaufempfehlung. Prospekt bei der SEC

Was bei einem Börsengang passiert

Ein Unternehmen, das bisher Gründern, Mitarbeitenden oder Investoren gehört, bietet zum ersten Mal Aktien für alle an. Dafür braucht es einen Wertpapierprospekt: ein langes Dokument über Geschäft, Zahlen und Risiken. In Deutschland billigt ihn die BaFin. Wichtig: Die BaFin prüft, ob der Prospekt vollständig, schlüssig und verständlich ist. Ob die Angaben stimmen oder ob die Aktie ein gutes Geschäft ist, prüft sie nicht. Dafür haftet das Unternehmen.

Meist läuft der Verkauf über das Bookbuilding: Banken fragen bei großen Investoren nach und legen eine Preisspanne fest. In der Zeichnungsfrist sammeln sie Kaufaufträge. Danach steht der Ausgabepreis fest, und die Aktie wird zum ersten Mal an der Börse gehandelt, die Erstnotiz.

So zeichnest du in Deutschland

Du brauchst ein normales Depot. Während der Zeichnungsfrist gibst du eine Kauforder mit Limit ab: wie viele Aktien du willst und wie viel du höchstens pro Aktie zahlst. Bei großen Börsengängen bieten oft nur die Banken im Konsortium die Zeichnung an. Die Deutsche Börse ermöglicht zusätzlich eine Zeichnung über den Handelsplatz Frankfurt, die über viele Depotbanken läuft.

Ist das Angebot überzeichnet, wollen also mehr Leute kaufen, als es Aktien gibt, wird zugeteilt. Privatanleger bekommen dann oft nur wenige Stück oder gar nichts. Dein Geld wird erst für die zugeteilten Aktien abgebucht, offene Orders verfallen vor Handelsstart. Wer nichts bekommt, kann ab der Erstnotiz ganz normal an der Börse kaufen, aber zum Börsenkurs, nicht zum Ausgabepreis.

135 $

Ausgabepreis von SpaceX laut Prospekt. Der aktuelle Kurs steht im Kasten oben bei der Tabelle.

Erster Kurs ist nicht Ausgabepreis

Der Ausgabepreis gilt nur für zugeteilte Aktien. Der erste Börsenkurs bildet sich frei aus Angebot und Nachfrage und kann deutlich davon abweichen. Ein Beispiel aus diesem Jahr: Vincorion wurde im März 2026 zu 17,00 € platziert, der erste Kurs in Frankfurt lag bei 19,30 €. Wer erst nach dem Start kaufte, zahlte also schon mehr. Umgekehrt geht es auch: Ein Kurs kann am ersten Tag unter den Ausgabepreis fallen.

Auch Monate später kann es noch einmal ruckeln. Großaktionäre dürfen ihre Aktien wegen einer Lock-up-Frist eine Zeit lang nicht verkaufen. Läuft sie aus, kommen oft viele Aktien auf einmal auf den Markt. Bei SpaceX sieht der Prospekt mehrere Freigabetermine vor, der späteste nach 180 Tagen.

Was frühe Käufer bekannter Aktien erlebt hätten

Die Tabelle oben rechnet für Aktien aus unserer Liste, die während unseres Datenzeitraums an die Börse kamen: Was wäre aus 1.000 (in Euro oder Dollar) geworden, gekauft zum Schlusskurs im Monat des Börsengangs? Wir nehmen bewusst den ersten Monatsschluss und nicht den Ausgabepreis. Grund: Den Ausgabepreis hast du als Privatanleger oft gar nicht bekommen, und die Kurse sind um Aktiensplits bereinigt. Dividenden sind nicht enthalten, Währungsschwankungen auch nicht.

Vorsicht, Überlebens-Effekt: In der Tabelle stehen nur Unternehmen, die heute groß genug für den DAX oder unsere US-Liste sind. Börsengänge, die gescheitert sind, fehlen. Porsche ging im September 2022 zu 82,50 € an die Börse, Douglas im März 2024 zu 26,00 €. Beide lagen im Oktober 2026 deutlich unter dem Ausgabepreis. Die Tabelle zeigt also, was im besten Fall möglich war, nicht, was bei einem typischen Börsengang passiert.

Was du daraus mitnehmen kannst

Ein Börsengang ist kein Rabatt. Den Preis legen Verkäufer und Banken so fest, dass er für sie gut ist, und gerade bei viel Medienrummel ist die Nachfrage hoch. Über ein junges Unternehmen gibt es außerdem wenig Börsengeschichte: keine Kursverläufe aus schlechten Jahren, oft wenige veröffentlichte Quartalszahlen.

Wenn dich ein Börsengang interessiert, lies die Risikofaktoren im Prospekt, setz ein Limit und investiere nur einen kleinen Teil deines Geldes. Und prüf, ob du die Aktie nicht schon hast: Wer einen weltweiten ETF wie den MSCI World besitzt, hält seit Juli 2026 auch einen winzigen Anteil SpaceX.

Finger weg von Angeboten für "vorbörsliche Aktien" aus Chatgruppen oder Social Media mit dem Versprechen, der Kurs werde nach dem Börsengang explodieren. Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich vor dieser Betrugsmasche. Echte Zeichnungen laufen über deine Depotbank.

Häufige Fragen

Ist SpaceX schon an der Börse?

Ja. SpaceX ist seit dem 12. Juni 2026 an der Nasdaq unter dem Kürzel SPCX gelistet. Der Ausgabepreis lag laut dem endgültigen Prospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC bei 135 Dollar je Aktie. Den aktuellen Kurs zeigen wir bei der Tabelle, er wird stündlich aktualisiert.

Lohnt es sich, Aktien beim Börsengang zu zeichnen?

Das lässt sich vorher nicht sagen. Manche Neulinge wurden zu Riesen, viele lagen Jahre später unter dem Ausgabepreis. Bei begehrten Börsengängen bekommen Privatanleger oft nur wenige Aktien. Wichtiger als der Zeitpunkt ist, ob du das Unternehmen verstehst und ob die Aktie in dein Depot passt.

Was bedeutet Überzeichnung?

Es gab mehr Kaufaufträge, als Aktien angeboten wurden. Dann wird zugeteilt, oft nach Losverfahren oder festen Quoten, und viele Zeichner bekommen weniger als gewünscht oder gar nichts. Eine Überzeichnung sagt nichts darüber aus, wie sich der Kurs später entwickelt.

Was passiert, wenn ich nichts zugeteilt bekomme?

Dann verfällt deine Order, und es wird nichts abgebucht. Du kannst die Aktie ab dem ersten Handelstag an der Börse kaufen, allerdings zum aktuellen Börsenkurs. Der kann über oder unter dem Ausgabepreis liegen.

Warum zeigt ihr den ersten Monatsschluss und nicht den Ausgabepreis?

Unsere Kursdaten sind Monatsschlusskurse, bereinigt um Aktiensplits. Ausgabepreise müssten wir für jedes Unternehmen einzeln bereinigen, und das ist fehleranfällig. Außerdem kamen viele Privatanleger gar nicht zum Ausgabepreis an Aktien. Der erste Monatsschluss ist ein Preis, zu dem du wirklich kaufen konntest.

Was ist der Unterschied zwischen Börsengang und Abspaltung?

Bei einem Börsengang werden Aktien an neue Anleger verkauft, es gibt einen Ausgabepreis. Bei einer Abspaltung bekommen die Aktionäre des Mutterkonzerns die neuen Aktien zugeteilt, ohne dass jemand zeichnet. So kamen Siemens Energy (2020) und Daimler Truck (2021) an die Börse. In der Tabelle sind sie markiert.

Kann ich US-Börsengänge wie SpaceX von Deutschland aus zeichnen?

Meist nicht direkt. US-Börsengänge werden vor allem an Investoren in den USA verteilt, deutsche Depotbanken bieten die Zeichnung selten an. Nach dem Handelsstart kannst du die Aktie über deinen Broker kaufen, wenn er sie anbietet. Achte dann auf Währung, Handelsplatz und Gebühren.

Quellen

Stand: 7. Oktober 2026 · Bildungsinhalt, keine Anlage- oder Steuerberatung.