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BASF bringt die Agrarsparte an die Börse: was das für Aktionäre heißt

BASF bereitet den Börsengang seines Geschäfts mit Saatgut und Pflanzenschutz vor. Oft ist von einer Abspaltung die Rede. Geplant ist aber ein Teil-Börsengang, bei dem BASF die Mehrheit behält. Was das für dich als Aktionär bedeutet.

Stand der Dinge: Vorbereitung: Banken beauftragt am 14.9.2026, Börsenreife bis Mitte 2027 angestrebt. Über Durchführung und Zeitpunkt hat BASF noch nicht entschieden. Kapitalmarkttag am 24.11.2026.

Kurz erklärt

Stand: 7. Oktober 2026

BASF will Agricultural Solutions, sein Geschäft mit Saatgut und Pflanzenschutz, an der Frankfurter Börse notieren lassen. Ziel ist die Börsenreife bis Mitte 2027. Geplant ist ein Teil-Börsengang: Ein Minderheitsanteil soll an die Börse, BASF bleibt Mehrheitsaktionär. Eine Abspaltung mit Gratis-Aktien für BASF-Aktionäre hat BASF nicht angekündigt. Entschieden ist der Börsengang noch nicht.

Das Wichtigste auf einen Blick

Was an die Börse soll
BASF Agricultural Solutions: Pflanzenschutz, Saatgut, biologische und digitale Lösungen für Landwirte
Umsatz 2025
9,6 Mrd. € (2024: 9,8 Mrd. €)
Form
Teil-Börsengang (IPO) eines Minderheitsanteils, keine angekündigte Abspaltung an die Aktionäre
Wer die Mehrheit behält
BASF bleibt Mehrheitsaktionär
Börsenplatz
Frankfurter Wertpapierbörse
Rechtsform
Europäische Aktiengesellschaft (SE) mit Vorstand und Aufsichtsrat
Zeitplan
Börsenreife bis Mitte 2027 angestrebt; keine Entscheidung über Durchführung oder Zeitpunkt
Banken
Citi, Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan als globale Koordinatoren (seit 14.9.2026)
Stand der Trennung
rund 80 % des Geschäfts laufen schon in eigenen Gesellschaften mit eigenem IT-System
Nächster Termin
BASF-Kapitalmarkttag am 24. November 2026 mit dem Vorstand von Agricultural Solutions
Was BASF-Aktionäre bekommen
bisher nichts angekündigt; sie bleiben über BASF indirekt an der Mehrheit beteiligt

Was BASF vorhat

BASF ist vor allem als Chemiekonzern bekannt. Ein großer Teil des Geschäfts ist aber Landwirtschaft: Pflanzenschutzmittel, Saatgut und neuere Produkte wie biologische Mittel. Dieses Geschäft heißt Agricultural Solutions und hat 2025 rund 9,6 Mrd. € umgesetzt. Im September 2024 hat BASF mit der Strategie "Winning Ways" angekündigt, es für einen möglichen Börsengang vorzubereiten. Im November 2025 nannte BASF Frankfurt als Börsenplatz und eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) als Rechtsform. Am 14. September 2026 hat BASF vier Großbanken beauftragt, den Börsengang vorzubereiten. Ziel ist, bis Mitte 2027 bereit zu sein.

Abspaltung oder Börsengang: der Unterschied

Beide Wörter werden oft durcheinander verwendet, für dich als Aktionär ist der Unterschied aber groß. Bei einer Abspaltung (Spin-off) bekommen die Aktionäre des Mutterkonzerns die Aktien der neuen Firma direkt ins Depot gebucht, ohne zu zahlen. Bei einem Börsengang (IPO, hier ein Carve-out) bietet der Mutterkonzern einen Teil der Aktien neuen Anlegern zum Kauf an. Das Geld fließt an den Konzern oder die neue Firma, nicht an die Aktionäre. BASF hat bisher einen Teil-Börsengang angekündigt: Ein Minderheitsanteil soll an die Börse, BASF will Mehrheitsaktionär bleiben. Eine Abspaltung an die Aktionäre hat BASF nicht angekündigt.

Mitte 2027

Bis dahin will BASF das Agrargeschäft börsenreif machen. Ob und wann es wirklich an die Börse geht, ist nicht entschieden.

Was das für BASF-Aktionäre bedeutet

Hast du BASF-Aktien, bekommst du nach heutigem Stand keine Agrar-Aktien automatisch. Du bleibst aber über BASF indirekt am Agrargeschäft beteiligt, weil BASF die Mehrheit behalten will. Ob BASF-Aktionäre beim Börsengang bevorzugt zeichnen dürfen, hat BASF bisher nicht mitgeteilt. Was ein Börsengang ändern würde: Der Markt bekäme einen eigenen Börsenkurs für das Agrargeschäft. Damit wird sichtbar, wie viel Anleger diesem Teil zutrauen. BASF begründet den Schritt damit, das "volle Wertpotenzial" des Geschäfts als eigenständiges Agrarunternehmen zu heben. Ob das gelingt, kann niemand vorhersagen. Erlöse aus dem Verkauf von Anteilen würden an BASF fließen, nicht an dich.

Was noch offen ist

Viele Details sind noch nicht bekannt: wie groß der Anteil ist, der an die Börse geht, zu welchem Preis, ob neue Aktien ausgegeben oder bestehende verkauft werden, und wie die neue Firma ihre Dividende plant. BASF betont ausdrücklich, dass über Durchführung und Zeitpunkt des Börsengangs noch nicht entschieden ist. Beides hänge vom Kapitalmarkt ab. Einen genaueren Blick auf das Agrargeschäft will BASF beim Kapitalmarkttag am 24. November 2026 geben. Falls sich der Plan ändert, aktualisieren wir diese Seite.

Merksatz: Bei einer Abspaltung bekommst du Aktien gebucht. Bei einem Börsengang kannst du Aktien kaufen. BASF plant nach heutigem Stand das Zweite. Das ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für die BASF-Aktie.

Wenn du beim Börsengang zeichnen möchtest

Bei deutschen Börsengängen kannst du meist über deine Bank oder deinen Broker zeichnen, wenn diese den Börsengang anbieten. Die wichtigsten Infos stehen im Wertpapierprospekt, den die BaFin vor dem Angebot billigen muss. Er erscheint erst kurz vor dem Börsengang. Börsengänge sind oft überzeichnet, dann bekommst du weniger Aktien als bestellt oder keine. Und der erste Börsenkurs kann über oder unter dem Ausgabepreis liegen. Auf unserer Seite zur BASF-Aktie findest du, womit BASF heute sein Geld verdient.

Häufige Fragen

Bekomme ich als BASF-Aktionär Aktien der Agrarsparte?

Nach heutigem Stand nicht automatisch. BASF plant einen Teil-Börsengang, keine Abspaltung an die Aktionäre. Ob es ein Vorzugsrecht beim Zeichnen gibt, hat BASF bisher nicht mitgeteilt.

Wann geht BASF Agricultural Solutions an die Börse?

BASF will das Geschäft bis Mitte 2027 börsenreif machen. Ein fester Termin steht nicht fest, und über Durchführung und Zeitpunkt hat BASF ausdrücklich noch nicht entschieden.

Wo wird die Agrar-Aktie gehandelt?

BASF hat die Frankfurter Wertpapierbörse als Börsenplatz genannt. Die neue Firma soll als Europäische Aktiengesellschaft (SE) notiert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Spin-off und IPO?

Bei einem Spin-off bekommen die bisherigen Aktionäre die Aktien der neuen Firma ins Depot gebucht. Bei einem IPO werden Aktien an der Börse zum Kauf angeboten, das Geld fließt an das Unternehmen oder den Verkäufer.

Behält BASF die Kontrolle über das Agrargeschäft?

Ja, das ist der Plan. BASF hat erklärt, Mehrheitsaktionär zu bleiben und weiter am Wachstum des Geschäfts teilzuhaben.

Ist die BASF-Aktie wegen des Börsengangs jetzt ein Kauf?

Das können und wollen wir nicht beurteilen. Diese Seite erklärt nur, was geplant ist. Ob ein Börsengang den Wert für BASF-Aktionäre erhöht, hängt von vielen Faktoren ab, die heute niemand kennt.

Quellen

Stand: 7. Oktober 2026 · Bildungsinhalt, keine Anlage- oder Steuerberatung.