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Scam-Check: 8 Warnzeichen für Anlagebetrug

Falsche Trading-Plattformen, "Investment-Gruppen" auf WhatsApp und Werbung mit gefälschten Promis kosten viele Menschen ihr Erspartes. Diese acht Warnzeichen helfen dir und deiner Familie, Betrug früh zu erkennen.

Stand der Dinge: Dauerhaft aktuell. Die BaFin veröffentlicht laufend neue Warnungen, 2026 vor allem zu WhatsApp-Gruppen und Handels-Apps. Stand der Angaben: 7.10.2026.

Kurz erklärt

Stand: 7. Oktober 2026

Anlagebetrug erkennst du meist an wenigen Mustern: Jemand spricht dich ungefragt an, lockt in eine Chatgruppe, verspricht hohe und sichere Gewinne, wirbt mit Prominenten, macht Zeitdruck und will Geld auf fremde Konten oder in Krypto. Prüfe jeden Anbieter in der Unternehmensdatenbank der BaFin. Bist du schon betroffen: sofort Bank und Polizei informieren und nichts mehr zahlen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Häufigste Masche 2026
Werbung für Gratis-Aktientipps, dann WhatsApp- oder Telegram-Gruppe, dann eine falsche Trading-App
Was du siehst
Gewinne auf dem Bildschirm, die gefälscht sind. Meist wird gar nicht investiert.
BaFin zu Chatgruppen
Ihr sind keine lizenzierten Anbieter bekannt, die Anleger über Messenger-Gruppen ansprechen.
Anbieter prüfen
BaFin-Unternehmensdatenbank und BaFin-Warnungen; Kontaktdaten mit der Website vergleichen
Erlaubnis = Qualität?
Nein. Eine BaFin-Erlaubnis ist kein Gütesiegel, und Betrüger kopieren Namen echter Firmen.
Ruft die BaFin an?
Nein. Die BaFin ruft keine Privatpersonen an und beauftragt dafür niemanden.
BaFin-Verbrauchertelefon
0800 2 100 500, kostenfrei, Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr
Wenn es passiert ist
nichts mehr zahlen, Bank anrufen, Beweise sichern, Anzeige bei der Polizei oder Onlinewache
Recovery-Scam
Wer später verspricht, verlorenes Geld gegen Gebühr zurückzuholen, ist meist der nächste Betrüger.
Wie verbreitet?
39 % der Erwachsenen sahen im letzten Jahr falsche Anlagewerbung (Umfrage YouGov für Sicher Handeln, 2026)

So läuft die typische Masche ab

Am Anfang steht fast immer Werbung: kostenlose Aktientipps, ein Trading-Kurs oder ein angeblicher Promi, der von seinem Geheimrezept erzählt. Ein Klick führt in eine WhatsApp- oder Telegram-Gruppe. Dort teilt ein "Experte" wochenlang Tipps, andere Mitglieder jubeln über Gewinne. Viele davon gehören zu den Tätern. Dann sollst du dich auf einer Plattform oder in einer App anmelden. Dein Konto zeigt schnell Gewinne, eine kleine Auszahlung klappt sogar. So entsteht Vertrauen. Laut BaFin sind die Kontobewegungen aber gefälscht, meist wird gar nicht investiert. Willst du größere Beträge abheben, kommen plötzlich "Steuern" oder "Gebühren". Am Ende ist der Kontakt weg und das Geld auch.

Die 8 Warnzeichen

1. Du wurdest angesprochen, nicht umgekehrt. Werbung, Anruf, Nachricht oder Freundschaftsanfrage von Fremden.

2. Es geht in einen Messenger. Seriöse, zugelassene Anbieter beraten nicht über WhatsApp- oder Telegram-Gruppen.

3. Hohe Gewinne ohne Risiko. Wer sichere Traumrenditen verspricht, lügt. Höhere Chancen bedeuten immer höheres Risiko.

4. Prominente werben dafür. Bilder und Videos bekannter Personen werden ohne deren Wissen benutzt.

5. Zeitdruck. "Nur heute", "nur noch wenige Plätze": Druck soll dich vom Nachdenken abhalten.

6. Geld an fremde Konten oder in Krypto. Du sollst auf ein Privatkonto, ein Konto im Ausland oder in eine Krypto-Wallet überweisen.

7. Fernzugriff oder Ausweiskopie. Jemand will per AnyDesk oder TeamViewer auf deinen Rechner oder eine Kopie deines Ausweises.

8. Auszahlung nur gegen Gebühr. Bevor du Geld bekommst, sollst du erst "Steuern", "Gebühren" oder eine "Freischaltung" zahlen.

39 %

der Erwachsenen in Deutschland sind im vergangenen Jahr auf falsche Anlagewerbung gestoßen (YouGov-Umfrage für Sicher Handeln, 2026).

Anbieter in 5 Minuten prüfen

Suche den Firmennamen in der Unternehmensdatenbank der BaFin. Dort stehen Banken, Broker und Finanzdienstleister, die in Deutschland zugelassen sind. Schau außerdem in die Warnungen der BaFin, sie nennt dort laufend unerlaubte Angebote. Wichtig: Betrüger geben sich oft als echte Firmen aus. Vergleiche deshalb Website, Telefonnummer und Adresse mit den Angaben in der Datenbank. Im Zweifel rufst du die Firma über die Nummer aus der Datenbank an, nicht über die Nummer aus der Nachricht. Und: Eine Erlaubnis ist kein Gütesiegel. Sie sagt nur, dass ein Unternehmen beaufsichtigt wird. Fragen beantwortet das kostenlose BaFin-Verbrauchertelefon unter 0800 2 100 500.

Wenn du schon gezahlt hast

Erstens: Zahle nichts mehr, egal welche Begründung kommt. Zweitens: Ruf sofort deine Bank an. Manchmal lässt sich eine Überweisung noch zurückrufen, bei Kreditkarten gibt es mehr Möglichkeiten. Garantiert ist das nicht. Drittens: Sichere Beweise, also Screenshots, Chatverläufe, E-Mails und Kontoauszüge. Viertens: Erstatte Anzeige bei jeder Polizeidienststelle oder über die Onlinewache deines Bundeslandes. Hast du Fernzugriff erlaubt, lass deinen Rechner prüfen und ändere Passwörter. Beratung bekommst du bei der Verbraucherzentrale. Sei ehrlich mit dir: Die Verbraucherzentrale schätzt die Chancen, das Geld zurückzubekommen, als sehr schlecht ein. Die Täter sitzen meist im Ausland.

Vorsicht vor dem zweiten Betrug: Monate später melden sich angebliche Anwälte, Behörden oder sogar die "Verbraucherzentrale" und bieten an, dein Geld zurückzuholen, gegen eine Gebühr vorab. Das ist fast immer dieselbe Bande. Die BaFin ruft keine Privatpersonen an.

Schick das deinen Eltern

Kopiere diesen Text und schick ihn weiter:

"Kurze Bitte: Wenn dir jemand auf WhatsApp, Telegram, Facebook oder am Telefon eine Geldanlage anbietet, überweise nichts und klicke keine Links. Auch nicht, wenn ein Promi in der Werbung auftaucht, die Videos sind oft gefälscht. Echte Banken holen dich nicht in Chatgruppen und versprechen keine sicheren hohen Gewinne. Lass niemanden per AnyDesk oder TeamViewer auf deinen Computer. Wenn dir etwas komisch vorkommt, ruf mich an, bevor du zahlst. Und wenn du schon gezahlt hast: sofort die Bank anrufen und zur Polizei. Das ist nicht peinlich, das passiert sehr vielen."

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine falsche Trading-Plattform?

An der Kombination: Du wurdest angesprochen, Gewinne steigen schnell, ein "Berater" drängt zu mehr Einzahlungen, und Auszahlungen gehen nur gegen Gebühren. Prüfe den Anbieter immer in der BaFin-Unternehmensdatenbank.

Ist eine WhatsApp-Gruppe mit Aktientipps immer Betrug?

Nicht jede Gruppe ist kriminell, aber die BaFin kennt keine lizenzierten Anbieter, die Anleger über Messenger-Gruppen ansprechen. Sollst du über eine Gruppe Geld auf eine Plattform einzahlen, ist das ein starkes Warnzeichen.

Ein bekannter Moderator wirbt für eine Anlage. Ist das echt?

Sehr wahrscheinlich nicht. Betrüger nutzen Fotos und Videos Prominenter ohne deren Wissen. Seriöse Geldanlage wird nicht mit Promi-Geheimtipps beworben.

Reicht es, wenn eine Firma in der BaFin-Datenbank steht?

Nein. Betrüger kopieren Namen und Logos echter Firmen. Vergleiche Website, Telefonnummer und Adresse mit der Datenbank. Und eine Erlaubnis bedeutet nur Aufsicht, nicht dass ein Produkt gut ist.

Bekomme ich mein Geld zurück?

Oft leider nicht. Die Täter sitzen meist im Ausland. Ruf trotzdem sofort deine Bank an, manchmal lässt sich eine Zahlung noch stoppen, und erstatte Anzeige bei der Polizei.

Jemand bietet an, mein verlorenes Geld zurückzuholen. Was tun?

Nichts zahlen. Solche Angebote gegen Vorabgebühr sind meist ein zweiter Betrug, oft durch dieselben Täter. BaFin und Polizei warnen ausdrücklich vor solchen Recovery-Angeboten.

Wo kann ich mich beraten lassen?

Beim kostenlosen BaFin-Verbrauchertelefon unter 0800 2 100 500 und bei der Verbraucherzentrale in deinem Bundesland. Eine Anzeige nimmt jede Polizeidienststelle auf, auch online über die Onlinewache.

Quellen

Stand: 7. Oktober 2026 · Bildungsinhalt, keine Anlage- oder Steuerberatung.